Fotos kopieren oder: Wie war das noch mit dem Urheberrecht?!

Das Kopieren von Fotos, egal woher, ist für viele eine Passion geworden. Leider.

Das leidige Thema: Urheberrecht

Heute kann man überall alles kopieren oder teilen und hochladen. Wer liest schon durch, dass selbst Facebook (wo jeder jedes Video oder Foto bekommen kann …) ganz klar in seinen AGBs schreibt, dass einem ein Bild „gehören“ muss , was man da hochlädt.  Aber wie das Urheberrecht einem ja nun erklärt hat, „gehört“ einem ein Foto aber noch lange nicht, wenn man es auf der Festplatte oder dem Smartphone gespeichert hat.

Denn nein, es ist rechtlich nicht ok – selbst wenn es mit „Rechtsklick-Bild speichern“ ja ganz einfach geht oder per Screenshot –, sich einfach auf Webseiten, in Bildergalerien von Fotografen, bei Instagram, oder in Blogs … Bilder herunterzuladen. Das gilt auch dann, wenn im Bild kein Copyright-Vermerk, einen Schriftzug oder ähnliche Markierung zu sehen ist. Das Urheberrecht greift nämlich immer und darauf muss kein Logo oder ein Schriftzug hinweisen! Urheberrecht, was ist das?! Ein Klick auf Wikipedia liefert eine (verständliche) Definition und auch hier gibt es Infos.

Und was, wenn man erwischt wird? Dann kann der Urheber ( = Fotograf) ein Honorar fordern. Und zwar durchaus im mehrstelligen Bereich über dem, was es gekostet hätte, das Bild ganz legal und regulär zu erwerben! Siehe zum Beispiel hier.

Die Sache mit dem Logo im Bild …

Mancher mag das kleinkariert finden und überflüssig finden, dass Fotografen wie ich ihre Bilder mit einem Logo versehen wollen, wenn sie im Internet gezeigt werden. Der Bildkäufer lädt das gekaufte Foto lieber ohne „Logo-Verunstaltung“ hoch und meint, wenn er nur den Fotografen zum Beispiel bei Facebook markiert, kann der sich ja über die Werbung freuen, weil seine 150 Freunde „Gefällt mir“ klicken.

Wieso kann der Fotograf sich bloß so anstellen mit seinen Bildern?! Das ist ganz simpel: Der Fotograf ist Urheber des Fotos und hat damit alle Rechte, die sich aus dem Urhebergesetz ergeben. Der Urheber (= Copyright-Inhaber) sagt, wann und wie seine Bilder genutzt werden dürfen.  Und mancher mag sich darüber nicht im Klaren sein, aber Fotos bei Facebook lassen sich von jedem herunterladen, der Lust dazu hat.

Wenn Petra Mustermann ein Pferd besonders niedlich findet, das User XY hochgeladen hat, dann kann sie es mit einem Klick bekommen. Sie kann es auch an jemanden verschicken, der vielleicht sogar denkt „Hej, wie nett, das nutze ich dann mal …“ Bezahlen tut Petra Mustermann dafür natürlich nichts, genauso wenig wie derjenige, dem sie das Bild zuschickt. Bezahlt hat aber derjenige, der den Fotografen angeheuert hatte.

Vielleicht möchte Petra Mustermann sich das Bild nur anschauen oder einem Freund zeigen. Dann würde es nicht wieder auftauchen. Aber vielleicht möchte sie es ja auch auf ihre Webseite setzen? Vielleicht möchte sie sich „mit fremden Federn schmücken“? Oder sie braucht es als Köder für eine Verkaufsanzeige?

Fotos kopieren und verwenden – es geht so leicht

Das könnte also bedeuten, andere Internet-User würden Ihr Pferd, evtl. sogar mit Ihnen oder Ihrem Kind zusammen!, in einem völlig anderen Zusammenhang zu sehen bekommen. Und die Umstände müssen nicht immer erfreulich und positiv sein!

Das klingt übertrieben, absurd und unrealistisch? Ist es leider nicht! Facebook und Instagram sind beispielsweise voll von „Fanseiten“ für bestimmte Pferderassen oder -farben, deren Betreiber hundertfach Bilder zusammenkopieren und durchaus sogar den Anschein erwecken wollen, die gezeigten Pferde gehörten ihnen …

Ist das Bild mit einem Logo versehen, vergeht Petra Mustermann der Spaß am Bildherunterladen viel eher. Sie kann das Foto nicht mehr einfach als ihr eigenes ausgeben. Der Urheber (=Fotograf) steht schließlich explizit im Bild, damit ist es nicht mehr anonym und lässt sich mit wenig Aufwand sogar „zurückverfolgen“. Wenn Petra Mustermann das nicht will, muss sie sich erst die Mühe machen, das Logo mittels Bildbearbeitungs-Software zu entfernen. Das braucht schon etwas Aufwand. Und es macht das Bild unter Umständen sogar unbrauchbar.

Facebook ist ein tolles Medium, auch für Fotografen. Doch es gibt einige, gewichtige Gründe, warum Fotografen nicht möchten, dass ihre Bilder bei Facebook und generell im Internet ohne Logo erscheinen. Wenn ein Fotokunde seine vom Fotografen gekauften Bilder mit Logo postet, ist manchmal (!) ein netter Werbeeffekt verbunden. Das stimmt. Aber gleichzeitig ist das Bild auch – zumindest minimalst – vor Fremdnutzung geschützt. Und das sollte ja auch im Interesse desjenigen sein, der darauf abgebildet ist.